57.000 Menschen sitzen im syrischen Camp fest. Kurden bewachen die Tore, im Inneren herrschen Banden und Islamisten. Die Zukunftsaussichten sind düster.
Das Al-Hol-Camp in Nordsyrien, eine kurdische Patrouille hat sich in das Lager gewagt Foto: Delil Sopuleiman/afp
Mafiaähliche Strukturen beobachtet auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. „Al-Hol“, heißt es in einem neuen Bericht, „ist zu einem rechtsfreien schwarzen Loch geworden, das Gewalt und Ausbeutung begünstigt, wo kriminelle Aktivitäten straffrei bleiben.“ Kriminelle, sagt Jihan Ali von der Lagerverwaltung, könnten so frei agieren, weil im Lager selbst keine Sicherheitskräfte stationiert seien, es gebe lediglich Patrouillen. „Die Sicherheitskräfte der Selbstverwaltung bewachen die Ein- und Ausgänge, aber sie haben Schwierigkeiten, für Sicherheit innerhalb des Lagers zu sorgen.“ Die Selbstverwaltung, damit meint Ali die Regierung des Autonomiegebiets in Nordostsyrien.
Internationale Anerkennung wird der kurdische Quasi-Staat nicht bekommen, aber dass man kaum an ihm vorbeikommt und auf ihn angewiesen ist, zeigt al-Hol. Jihan Ali von der Lagerverwaltung fordert mehr militärische und logistische Unterstützung, um al-Hol im Griff zu behalten. Zum anderen ist das Lager eine enorme Belastung, finanziell und auch sicherheitspolitisch. Im Januar zeigte ein IS-Aufstand in einem Gefängnis unweit von al-Hol, wie gefährlich die Lage ist.
Viele Staaten holen mittlerweile zumindest ihre Staatsangehörigen aus al-Hol und anderen Lagern heraus. Deutschland hat 26 Frauen und 77 Kinder repatriiert, womit laut Außenministerin Baerbock „fast alle bekannten Fälle“ abgeschlossen sind. Doch was nach getaner Arbeit klingt, verschleiert die Tatsachen: Baerbocks Aussage bezieht sich zum einen nur auf diejenigen Frauen, die bereit zur Rückkehr bereit sind.
Die IS-Leute hätten sich ja nicht mit Ausweisen in der Hand ergeben, sagt Omar. Von wie vielen Deutschen in kurdischen Lagern er ausgehe, will er nicht sagen. Nur so viel: Die Mehrheit der Deutschen sei noch da. „Es gibt noch eine hohe Zahl an Deutschen, nicht nur Kinder und Frauen, auch deutsche IS-Kämpfer.“ Omar geht von etwa 2.000 Nicht-Arabern unter den insgesamt 12.000 IS-Kämpfern aus, die sich in der Gewalt der Selbstverwaltung befinden. Hinzu kämen mehr als 7.
España Últimas Noticias, España Titulares
Similar News:También puedes leer noticias similares a ésta que hemos recopilado de otras fuentes de noticias.
„Das Heftigste, was ich erlebt habe“ - Tölzer Christkindlmarkt startet mit hohem BesucheransturmGeschätzt über 20 000 Menschen nutzen verkaufsoffenen Sonntag und besuchen Christkindlmarkt
Leer más »
„Erreicht uns der Krieg, verteidigen wir uns“: Syriens Kurden bereiten sich auf eine türkische Invasion vorDer türkische Staatschef Erdogan will die kurdisch geprägte Autonomieregion in Nordsyrien besetzen. Der Tagesspiegel hat nun mit einer Kommandeurin der kurdischen Frauenverteidigungseinheiten YPJ gesprochen. Kurdistan Syrien Tuerkei
Leer más »
Deutsche in Lagern in Syrien: Outgesourct an die KurdenIm Nordostsyrien sitzen Zehntausende in Lagern fest. Viele sind Islamisten, nicht wenige Deutsche. Sie nicht hierher zu holen, ist unverantwortlich.
Leer más »
Afghanistan: Explosion in Schule tötet mindestens 19 MenschenEin Arzt sprach von 24 weiteren Verletzten. Viele der Opfer wurden in ein 120 Kilometer entferntes Krankenhaus gebracht.
Leer más »
Inklusion von Menschen mit Behinderung: 60 Prozent der Arbeitgeber kaufen sich freiDie Aktion Mensch kritisiert, dass Arbeitgeber nicht genug tun, um Menschen mit Behinderung zu beschäftigen. Mehr als die Hälfte von ihnen zahlt lieber eine Strafabgabe anstatt ihre Pflichtquote zu erfüllen.
Leer más »