Grüne im Osten werden nicht gewählt, sondern sind Feindbild. Wie wurde dann Stefan Fassbinder OB von Greifswald? BoksAron war für taz_FUTURZWEI vor Ort.
In »Werni’s Kneipe« in Greifswald fühle ich mich wie im Harzer Nachtleben meiner Jugend. Die Luft ist zum Schneiden, überall wird geraucht, es gibt Hasseröder und Gespräche über Politik laufen so:Das hätten wir nicht gedacht! »Du bist doch nicht etwa n' Grüner, oder?«, bellt der Wirt. »Oder jemand der sich festklebt?«
»OB IN TÜBINGEN ODER GREIFSWALD, MÜNCHEN ODER KAMERUN: MAN MUSS SICH ALS GRÜNER ÜBERPARTEILICH AUFSTELLEN UND DARF AUF KEINEN FALL GRASGRÜN WIRKEN.«Lorenz Brockmann, Wahlkampfstratege Brockmann sagt, dass Fassbinder mit seinen Ankündigungen, Studierende mit mehr Bildungsmöglichkeiten und Kultur, alte Menschen mit Quartiersmanagement und Familien mit neuen Wohnprojekten zu versorgen, klassisch grünen Wahlkampffehlern vorbeuge. Fassbinder hebe Themen hervor, die erst mal nicht klassisch grün aussähen und gerade deswegen »Gewinnerthemen« seien.
»Und nur einen im Osten«, sage ich. »Die Grünen gelten doch hier als Verbotspartei.« »Das ist ein Image, das den Grünen überall irgendwie anhaftet, was sie manchmal sehr unglücklich auch bedienen«, sagte Brockmann. »Und das machen sich andere Parteien überall zunutze. Alle sind sich darüber im Klaren, dass eine positive Zukunft nur mit Verzicht funktioniert. Die Frage ist, wie man das positiv rüberbringt.
Aber auch, wenn die die rund 10.000 Studierenden bei einer sehr niedrigen Wahlbeteiligung von 35 Prozent sehr wichtig für seinen Sieg waren, muss es in einer Stadt mit rund 47.000 Wahlberechtigten auch noch andere geben. Und es gibt sie natürlich auch in Greifswald. Die Grünen-Skeptiker aus Prinzip.In »Werni’s Kneipe« kommt kurz vor meiner Abreise ein neues Bier. Inzwischen rede ich mit Riko und Thomas, zwei rauchende Typen um die vierzig in Tanktop und Metallica-Shirt.
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