Jahrelang erhielten muslimische Gemeinden rechtsextreme Beleidigungsschreiben, die immer mit dem gleichen Familiennamen unterzeichnet wurden. Konnten die Ermittler die Serie der Taten jetzt aufklären?
Nach einer Serie rechtsextremer Drohbriefe vor allem gegen Moscheen hat die Polizei Osnabrück einen Verdächtigen gefasst. Die Schreiben mit größtenteils rechtsextremistischen Inhalten seien an öffentliche Einrichtungen in Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen versandt worden, teilten die Ermittler am Dienstag mit. Es gehe um 41 bekanntgewordene Taten im Jahr 2017 sowie im Zeitraum von 2020 bis heute.
Die Briefe wurden laut Polizei alle mit dem Namen einer real existierenden Familie aus Osnabrück unterzeichnet. Daher leiten die Behörden in Osnabrück die Ermittlungen. Die Schreiben gingen hauptsächlich an muslimische Religionsgemeinschaften, aber auch vereinzelt an öffentliche oder christliche Einrichtungen.Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder. Eine Abmeldung ist jederzeit über einen Link im Newsletter möglich.
In Niedersachsen hatte Ende Juli eine Moschee in Hannover einen mit „NSU 2.0“ unterschriebenen Drohbrief erhalten. Darin stand: „Euer Imbiss ist nur der Anfang. Wir kommen wieder.“ Auf ein Restaurant an der Moschee war wenige Wochen zuvor ein Brandanschlag verübt worden. Verletzt wurde dabei niemand. Hinweise darauf, dass der Brandanschlag und der Drohbrief zusammenhingen, gab es nicht.
Die Drohbriefe in Niedersachsen gingen davor auch an Adressen in der Stadt Osnabrück, an die Ditib-Gemeinde in Göttingen sowie an Gemeinden in Bramsche im Landkreis Diepholz. Ermittelt wurde nach früheren Polizeiangaben zunächst gegen unbekannt wegen Volksverhetzung, Beleidigung, Bedrohung, Verleumdung und wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher Kennzeichen wie Hakenkreuze.
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