Die Bundesregierung hat eingeräumt, dass dutzende ehemalige afghanische Ortskräfte mit einer deutschen Aufnahmezusage nicht mehr am Leben sind: Afghanistan Ortskräfte Bundeswehr Bundesregierung
Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Bünger hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach gaben das Auswärtige Amt und das Bundesverteigungsministerium insgesamt 32 Todesfälle bekannt. Bei 15 davon handele es sich um einen natürlichen Tod oder um einen tödlichen Unfall. Neun der Menschen seien bei Anschlägen getötet worden. Dazu gebe es einen Suizid; die anderen Tode seien noch ungeklärt.
Weiter hieß es, insgesamt habe die Bundesregierung in den vergangenen 15 Monaten mehr als 36.000 Aufnahmen für ehemalige afghanische Ortskräfte und weitere besonders gefährdete Menschen zugesagt. Mehr als zwei Drittel der Betroffenen konnten demnach inzwischen aus Afghanistan ausreisen. Als problematisch bei den Verbliebenen habe sich vor allem erwiesen, dass die Taliban für eine Ausreise einen Reisepass verlangen, den aber nicht alle der Menschen besäßen.
Die Linken-Abgeordnete Bünger nannte die Bilanz ein"Desaster". Die alte Regierung habe sträflich dabei versagt, gefährdete Menschen rechtzeitig aus Afghanistan herauszuholen, sagte sie dem Nachrichtenmagazin"Der Spiegel". Und die neue Regierung habe es nicht einmal geschafft, wenigstens diejenigen in Sicherheit zu bringen, die eine Aufnahmezusage erhalten hätten.
Die Bundeswehr war Ende Juni 2021 nach fast 20 Jahren überstürzt aus Afghanistan abgezogen. Die Taliban hatten Mitte August 2021 ohne größere Gegenwehr der afghanischen Streitkräfte in der Hauptstadt Kabul die Macht übernommen. Seit Juli beschäftigt sich auch ein Untersuchungsausschuss des Bundestages mit den damaligen Vorgängen. Dabei geht es auch um das Schicksal der Ortskräfte, die immer noch auf die Ausreise nach Deutschland warten.